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Die Wasserfälle von Slunj
Nach dem Auftakt der Gespräche über diesen Roman wurden im Laufe der Abende folgende Aspekte besprochen:
- Figuren (Finy Feverl, Donald Clayton, Robert Clayton - ,die Engländer' -, Chwostik, Monica Bachler, Milohnic, Monica Bachler, die Familien Bachler und Frehlinger, der Metternich-Club mit seinen Protagonisten, die diversen Hausmeister/innen sowie weitere Nebenfiguren
- Gibt es eine Hauptfigur im Roman?
- die Funktion der Farben;
- Wasser, Gewässer und die Wasserfälle;
- "erotische Überwältigungen";
- die erzählerische Konstruktion von Situationen
- Bezüge zu Doderers Biographie
- frühere Texte Doderers im Roman
Weitere thematische Aspekte (Reihenfolge noch offen) der weiteren Abende können sein:
- die verschiedenen Soiréen und das gesellschaftliche Kaleidoskop;
- Metaphern, Bilder und erzähltechnische Elemente der technisch-modernen Welt;
- Leseransprache und Erzählerkommentare
- Gegensatz: Industrie und Landschaft.
Roman No7
Erster Teil
Die Wasserfälle von Slunj
"1963 begegnet der Leser der FAZ Doderer täglich: Am 17.08.1963 veröffentlichte die FAZ in der Samstagsbeilage „Bilder und Zeiten“ den letzten Teil des Fortsetzungsromans „Das Schlachtfest“ der ungarischen Schriftstellerin Magda Szabó, gleichzeitig begann der Abdruck des Romans No 7 Die Wasserfälle von Slunj: „Der neue Fortsetzungsroman der Frankfurter Allgemeinen Zeitung“; dafür stellte die FAZ zwei vollständige Seiten zur Verfügung.
Unter dem Titel befindet sich ein Bild Doderers, im unteren Teil ein Holzschnitt aus dem Jahre 1877: Franz Kollarz „Obst- und Gemüsemarkt am ,Schanzl‘ in Wien“, auf der zweiten Seite eine zeitgenössische Darstellung um 1890: „Wiener Leben bei einem Konzert im Volksgarten.“ Der einführende, lediglich mit FAZ signierte Text weist daraufhin, daß es sich bei dem vorliegenden Roman Doderers um den ersten von vier geplanten handele."
Quelle:
Schneider, Karl H.: „In aller Munde“: 70 Jahre Heimito von Doderer im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung 1951-2021
Von der Apotheose über die intellektuelle Arabeske zur Kanonisierung
(Vorabdruck)
Ein Roman auf den Bestsellerlisten
"Die Buchausgabe folgte Anfang September und übertraf den Erfolg der Merowinger: die Leser warteten keine Kritiken mehr ab, die erste Auflage war blitzschnell vergriffen, und das Buch schien allerorts in den Bestsellerlisten auf, in Österreich sogar - ein Mal - auf dem ersten Platz."
Fleischer, Wolfgang: Das verleugnete Leben. Die Biographie des Heimito von Doderer. Kremayr & Scheriau, Wien 1996, S. 508
Verschlungene Wege zum ersten Wort
Thema: eine Ausstellung des Österreichischen Literaturarchivs im Museumsquartier: "Der literarische Einfall".
Den Kuratoren ging es um den kreativen Prozeß, Schreibanlässe und den ersten Satz.
Zu Doderer und Gerhard Rühm sowie andere Autoren.
„Hübsch auch die spektakuläre Graphik der "Wasserfälle von Slunj", die Doderer zu seinem gleichnamigen Roman bewegte. Als er später realistische, minder eindrucksvolle Fotos dieses Naturschauspiels sehen sollte, meinte er enttäuscht, nach einem Lokalaugenschein in Kroatien hätte er das Buch wohl nie vollendet.“
In: FAZ vom 09.02.1998
Die Wasserfälle von Slunj
Handlungsabriss
(erstellt von Christian Roderburg)
Legende:
- AC: Augustus Cunish
- AM: Andreas Mihlonic
- JC: Josef Chwostik
- RC: Robert Clayton
- DC: Donald Clayton
- LP: Laszlo Putnik
- TG: Tibor Gergelffi
- Dr. Ep: Eptinger
- MB: Monika Bachler
- Wew: Wewerka
- Dr.K: Eugen Keibl
- MP: Margot Putnik
- EE: Emilia Ergoletti
- F+F: Finy und Feverl
- Mü: Münsterer
- MW: Mizzi Wenidoppler
- HC: Harriet Clayton
- PH: Paul Harbach
- RB: Rita Bachler
- IR : Irma Russow
- Tante Ada V., Globusz, „La Reine“, Ilek, Ivo, Kate, Mrs.Cleef, die Pipsis ……
- „MC“: „Metternich-Club"
FHo : Fritz Hofmock
HvW: Heribert v. Wasmut
ZvC : Zdenko von Chlamtasch
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Übersicht:
01 S. 5 England: RC + HC : Kennenlernen //
Hochzeitsreise nach
Wien: Praterallee, Tümpel,, Molche
S. 8 AM: Tourenplaner / Vater + Sohn M /
Semmeringbahn-Fahrt
02 S.12 Agram,
Krain - Zirknitz : Krebse
02 S.14 Krain - Zirknitz : Fischessen
04 S.15 Hotelzimmer / Briefeschreiben
05 S.16 Fluß Korona / Wasserwand beeindruckt RC + HC
06 S.17 Slunj / Mühlen
07 S.17 R + H glücklich
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08 S.18 England: Vater C / Filialgründung in Ö
09 S.19 Wien: „Clayton + Powers“ / JC / Geburt DC
England: Abschied / HC: Reiten
10 S.20 Von Wien nach England: DC / früh ergraut / „C-Brothers“
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S.21 Wien: Gymnasiasten FHo, ZvC, HvW
11 S.23 JC / Adamsgasse / F+F / Wew / Spielzeug-Eisenbahn / Rax
12 S.30 Wewerka
13 S.31 JC
14 S.32 Güterzug / JC zum Prater / HC reitet
15 S.34 JC zu Dr.Ep / S. 38 das „3.Fenster“ : Bild MB /
neue Wohnung in Aussicht / Schiff „Leda“
16 S.44 JC : Leben kommt in Bewegung
17 S.47 AM + JC : Kleidungsfragen
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18 S.48 Die „Zeit“ / Öfen in der Villa C /
Kate singt für DC / HC: Empörung, nicht daheim zu sein
19 S.51 Abendessen Villa C: JC, AM, Dr.Ep+Frau / Raxalpenplan
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20 S.52 F+F Schwimmen im Donaukanal
21 S.54 Mü ist an JC orientiert
22 S.59 F+F retten MB
23 S.67 Arzt: Skepsis ggü. RBs „sozialethischem Enthusiasmus“
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24 S.68 JC kündigt Wohnung; Wew erfährt nichts
25 S.69 JC fährt zu Dr.K zur Verabschiedung
26 S.71 Dr.Ks Lebenssituation
27 S.72 JC bei Dr.K
28 S.76 Dr.K + RB: Kennenlernen bei Prozeß / dann privat
29 S.81 JC und die neue Wohnung / neue Hausmeisterin /
Schwenktisch / Nachtkastl
30 S.86 Wew quartiert Mü in JCs Wohnung ein
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S.87 F+F zu RB, lernen Globusz kennen
31 S.91 F+F: Abschied aus Wien
32 S.93 (Zug) F+F in Ungarn
33 S.93 F+F in Ungarn
34 S.95 Sie „verbauern“ / Nilpferd / Stiefel / Filzpatschen
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35 S.100 Mü hört den Zug, spürt frische Luft, schläft besser
36 S.100 Dr.K in JCs alte Wohnung / Mü kann sie bekommen
37 S.104 Mü erkennt die Lage
38 S.105 Dr.K + sein Manuskript / seine Lebensform /
der „erstorbene innere Dialog“
39 S.109 Mü und seine Untermieterinnen; schläft gut
40 S.110 Mü zum Militär / massive Ohrfeigen für die
Wew zum Rausschmiss aus dem Roman
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41 S.112 Mü beim Militär, dann bei der Post
42 S.114 JC in neuer Wohnung (Zug) / Emanzipiert sich von AM
43 S.117 England: DC beim Großvater / RC + HC reisen
Wien: JC übernimmt mit DC die Auslandsgeschäfte
England: HC beim Schwiegervater C ; widerspricht ihm nie
Wien: JC, AM, RC, HC auf der Raxalpe
44 S.121 AM + sein Vater auf dem Schiff des Vaters
45 S.124 MW und das Nachtkastel / Okrogelnik
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46 S.130 England: Kate und die Gitarre / DCs Nachtträume: Wasserwand /
DC in der Schule / Mrs. Cheef vs. Kate
47 S.135 HC mit Schwiegervater: täglicher Ritt (30 Min)(!?)
HCs Rückzugsort: „Pomp House“ (verstorbener Onkel)
48 S.138 DC erzählt nichts; ist wohlerzogen ggü. Großvater
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49 S.140 Wien: DC gern in der Prater-Au; der Mutter fremd geworden / Sprachstudien mit JC / Ritte mit der Mutter / Krieau
50 S.145 Golfplatz/ Claytons gesellschaftliche Kontakte /
Tod HCs / DC mit Diplom in Maschinenbau 1902
51 S.148 England: RC auf HCs Spuren /
Wien: DC bewährt sich (Ö + Orient) /
AC kommt aus Kanada
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52 S.150 Gesellschaftsleben Villa C / Fam. Harbach / Irma R
53 S.156 Irma Russos Eltern
54 S.157 Paul H. und die Ergoletti; Kredit (Rückblick)
55 S.168 PH von EE selten „bebrütet“ / Rückzahlung (Vorgriff)
56 S.170 PH bei EEs Hochzeit
57 S.171 PH will Arzt werden und unabhängig vom Vater sein.
58 S.173 Frau H und ihre Töchter //
Gollwitzer / Dr.Ep erzählt von MB
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59 S.178 „MC“ / RC beim Gymn.-Prof. wegen AC
60 S.186 DC mit Hausmeister im Keller der Villa / Öfen-Plakat
61 S.188 Gesellschaft bei G. (ohne RC) / DC fremdelt / Goldfisch- Teich / DC begegnet MB und Dr. Ep / Ac und „MC“
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62 S.198 JC plant Rundreise /
Empfang für MB bei ihren Eltern
63 S.202 DC + MB im Cafe Zartl
64 S.203 JC + AM in Kroatien, dann Wien
65 S.205 MB richtet Büro und Wohnung in Wien ein
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66 S.206 ZvC bei Fam. Frehlinger
67 S.218 ZvC reflektiert die Veränderung seiner Lage
68 S.221 MB in neuer Wg. / DC besucht sie,
bleibt „unter dem Deckel“
69 S.223 RC + DC begegnen AC und „MC“
S.225 ZvC bei Fr. Frehlinger / Gefühl von „Erwachsenheit“
S.228 Zvc (Klassenprimus) im Keller der Schule („Hades“) mit Zechmann; und im Garten (Becken)/ Gefühl von Stillstand
70 S.233 MB fragt DC nach „Erlebnissen“ / DC zu Besuch
71 S.236 Stillstand
72 S.237 vorbei
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73 S.237 AM geht zum Tee in die Villa, dort:
74 S.240 MB + ZvC / RC begegnet MB; erzählt von Semmering-Reise
75 S.245 RB, JC und Dr.Ep im Gespräch / JC und das „blau“
76 S.246 ZvC und die angebl. Unersetzlichkeit der Frauen
77 S.247 AM + MB, dann RC + DC: AM versteht die Lage
78 S.249 JC + MB von der Villa in den Prater, dann zu JC,
Schwenktisch und weißleuchtender Stern
79 S.254 MB hält Distanz zu DC; DC nach England
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80 S.256 Raxalpen-Ausflug: RC, MB, JC (der verstehtt)
81 S.260 England: DC traurig; Kate singt nochmal für ihn
82 S.262 DC traurig wegen MB / bleibt länger in E
83 S.263 Nach Rax: zufälliges Zus.-Treffen mit Mü im Cafe
S.266 JC in die Adamsgasse nach 31 Jahren, im elterl.
Schlafzimmer / Erinnerungs-Phant.: Die Eisenbahn
84 S.269 JC zuhause: MW wartet auf ihn / JC baut die alte
Eisenbahn auf und spielt damit
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85 S. 274 „MC“: ZvC „vereinsamte“; AC ist munter / „Rondell“
Pipsi-Ausflug
86 S. 279 „MC“, RC, MB, JC : Tennis im Garten der Villa
87 S. 280 DC zurück nach Wien ; will jetzt handeln ggü. MB
88 S. 281 RC + MB sind verreist / DC braucht JC als Stütze
89 S. 283 DC erfährt vom „MC“ über RC + MB / AC als Kontrast
90 S. 284 ZvC kapiert die Lage betr. RC + MB
91 S. 285 RC + MB im Hotel im Gebirge
92 S. 287 RC + MB fahren die Semmeringbahn abwärts nach Wien
93 S. 288 DC fühlt sich als Spielball des „MC“
94 S. 289 DC ins Wirtshaus der Maria Gr. / dort: JC, F+F u.a.
95 S. 292 F+F kaufen für Glob. in Wien ein
96 S. 293 F+F im Ruhestand; vom HvD immer zusammen gesehen
97 S. 293 JC erkennt DCs schwierige Lage
98 S. 296 DC + JC Rückweg zu Fuß; JC sieht den Ernst der Lage
99 S. 300 RC zurück / Soiree bei Gollw.: Krebse (MB + RC)
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100 S. 303 Orient-Schiffsreise von DC + JC / JC denkt zurück,
wird dadurch belebt / (Einschub: Sorgen bei PH)
101 S. 305 DC + JC lernen PH kennen / DCs Verfinsterung
102 S. 307 RC : MB zu alt für DC ! / Flieder im Villa-Garten /
ZvC vermißt DC / RC meint, DC müßte heiraten /
MB : „reputative Bestrebungen“ und Bockigkeit
103 S. 312 Behagen an Bord, dabei DC außen vor; abwesend (DCs Vision: Hilda H hinter violetter Tapete)
Posaunenbläser / Frau Kruhlow in Sorge wg. DC
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104 S. 315 ZvCs Melancholie; Abschied vom „MC“ / Tante AV + die Eltern / ZvC sondiert die Lage
105 S. 319 JC „vereinsamte“; hört von Frau K von DCs falscher
Einschätzung der Lage betr. MB
106 S. 319 RC will MB Heiraten : Ende der „Lebensform“ mit DC /
107 S. 321 Beirut / DC hat das Gefühl, MB stehe neben ihm.
108 S. 322 Erfolgreiche Geschäfte durch DCs Gleichgültigkeit
109 S. 323 Abfahrt / DC + „La Reine“ / die Pfeife über Bord
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110 S. 325 Budapest: L.Putnik + Frau Margot (Schwester von LR)
111 S. 327 Tibor Gergelffi: Csarda mit Museum / LPs Fluchtplan
112 S. 329 TG zu Besuch bei L+M P / Lila Lichtwand / MPs Freundin
Irma / MP „von Mauer eingeschlossen“ / TG „erliegt“ MP
113 S. 334 TG, das Stubenmädchen Marika und die Stiefelchen
114 S. 336 TG überdenkt die Lage
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115 S. 337 Tante AV mit Hexenschuß im Imperial / ZvC fährt mit
ihr über den Semmering heim; AV säuft
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116 S. 339 DC, JC, PH in Konstantinopel + Bukarest / Belgrad: JC trifft AM und berät sich mit ihm wg. DC /
Budapest: DC + JC treffen auf LP + TG / F+F
117 S. 341 MP im Museum bei Ilek: Nippes-Affe in Extra-Zimmer
118 S. 342 Abendessen bei Russow / DC begegnet MP / TGs Plan:
„Befreiung“ LPs und Geschäft mit Glob.
119 S. 346 PH + IR / DC in Geschäften als „Briefbeschwerer“
120 S. 348 DC will MP als „Medikament“
121 S. 349 PH +IR : Verlobung / MP: Haß auf die Männer
122 S. 351 TGs Intrige kommt voran
123 S. 354 JC + PH reden über DC
124 S. 355 TG, Marika und die Stiefelchen
125 S. 358 Ilek wartet vergeblich auf Margot
126 S. 361 Ilek und der Stiefelabsatz
127 S. 363 Rendezvous DC + MP, Feuermal; LP kommt dazu
128 S. 366 LP bereitet Reise vor.
129 S. 367 LP in Bukarest, MP bleibt in Budapest
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130 S. 367 TG, DC, JC, PH nach Moson
131 S. 368 Glob., F+F
132 S. 369 DC schaut auf den See
133 S. 371 Geschäfte mit Glob.
134 S. 372 Fest
135 S. 373 Reise nach Agram
136 S. 374 DC bekommt Briefe von RC und MB und versteht
137 S. 376 Reise nach Slunj
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138 S. 377 ZvC in Vanice, TA unsichtbar / Ivo /
„Die Großärschigen haben ... Talent zum Sitze“
ZvC liest in der Bibliothek Skandalgeschichten /
Empfindung der Vergangenheit: „MC“, HF, Tennis
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139 S. 384 ZvC reitet mit Ivo zu den Wasserfällen /
S. 385 zu Fuß weiter, sehen DCs Sturz und Bergung /
S. 392 ZvCs „seltsamer neuer Mut“
140 S. 392 JC + PH dazu, Protokoll des Unfalls
141 S. 393 JC zum Postamt von Slunj, trifft dort Mü
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"Leben besteht darin, dass man sich einlässt."
Im Hotel Sacher sprachen sie am 12. April 1957 über Walter Benjamin: Warum hat Theodor W. Adorno nie über Heimito von Doderer geschrieben?
In seinem Artikel in der FAZ vom 15. April 2026 bezieht sich Roland Reuss auf einen Hinweis, den Doderers langjähriger Sekretär Wolfgang Fleischer in seiner Biographie [Das verleugnete Leben. Die Biographie des Heimito von Doderer, Wien 1996, S. 452] gegeben hatte. Auf Wunsch Theodor W. Adornos, der sich zu Vorträgen in Wien aufhielt, kam es am 12. April 1957 im ,Sacher‘ zu einem Treffen: „Bei den so grundlegend verschiedenen Ansichten der beiden Herren ist es nicht verwunderlich, daß Doderer nie etwas über den „Inhalt des Gespräches erzählte; stattdessen schilderte er anschaulich (und fast merowingerisch), wie groß für ihn alle Zeit die Verlockung gewesen wäre, Adorno mit der flachen Hand auf die Glatze zu klatschen: er sei überzeugt gewesen, es würde – wie bei einem Bovis – ein Wölkchen Staub aufpuffen.“
Den Biographen Adornos, so Reuss, sei das Treffen im Hotel Sacher „nicht der Analyse wert gewesen, aber es hatte Nachwirkungen.“ Aus Frankfurt schickte er ihm die von ihm eingeleitete und mitherausgegebene zweibändige Ausgabe der „Schriften“ Walter Benjamins „mit einer Widmung, die über das Förmliche hinausging: „Für | Heimito von Doderer| als Zeichen | der herzlichsten Verehrung | Theodor W. Adorno | Frankfurt, 13. April 1957.“
In der Mitte des fast ganzseitigen Artikels sind die Seiten 368 und 369 des ersten Bandes der Schriften mit handschriftlichen Anmerkungen Doderers abgebildet.
Reuss weist auf einen interessanten Aspekt bei dieser Edition hin: „Doderer wird gewusst haben, dass die Mitherausgeberin Gretel Adorno mit Marie-Louise von Motesiczky und Karl Motesiczky verwandt war. Karl, genannt Mote, hatte in den Zwanzigern Lesungen in Heidelberg und Mannheim für Doderer organisiert und ihn auch finanziell unterstützt.“
Doderer antwortete mit einem ausführlichen Brief vom 20. Mai 1957 [Theodor W. Adorno Archiv] für dieses Geschenk, Benjamin sei ihm bisher unbekannt gewesen.
In Adornos Bibliothek finden sich Die Strudlhofstiege, Die Dämonen, Die Posaunen von Jericho und Die Peinigung der Lederbeutelchen. Die Strudlhofstiege sei die einzige Publikation, „die von Adorno mit einem Besitzvermerk, Anstreichungen und Bemerkungen versehen wurde“, so z. B. „großartig“, „sehr schön“. Reussler wertet es nicht als Zeichen von Missfallen, dass Mitte Seite 320 die Anstreichungen abbrechen. Er erklärt dies damit, dass Adorno offenbar die „Dichte von Doderers Text“ unterschätzt hatte und selbst unter Zeitdruck wegen publizistischer Aktivitäten gestanden war. So habe Friedrich Torberg Adorno für die Zeitschrift „Forum“ um einen Artikel über Doderer gebeten. Aus dessen Antwortbrief vom 26. April 1957 schließt Reuss, es habe sich um einen Essay zu den Dämonen gehandelt, den Adorno genau wie einen zur „Wiener Schule“ allerdings nicht geliefert habe.
Reuss ist „verblüfft“, dass sowohl in Adornos gesammelten Schriften als auch in edierten Briefwechseln der Name Doderer nicht vorkomme. Es gebe nur eine Ausnahme: In einem Begleitbrief zu einer Büchersendung an Siegfried Kracauer bezeichnet er sein Buch in folgender Weise: „Das ist, mit Doderer zu reden, als ,Rampe‘ zur ,Negativen Dialektik‘ zu verstehen […].“ Hier benutze Adorno den „vom Biederstein Verlag in Verlagsprospekten verbreiteten Selbstkommentar Doderers, der mit einem Wortspiel seinen Roman ,die Strudlhofstiege‘ die ,Rampe‘ zu seinem Roman ,Die Dämonen‘ nannte.“ – „Man kann das drehen und wenden, wie man will, es bleibt ein intellektuelles Bekenntnis zu Doderer […].“
Adorno habe, so Reuss, vermutlich die Metapher der ,Rampe‘ aus Hilde Spiels Artikel in der FAZ entnommen [Hilde Spiel: Ein Fenster auf Österreich – Zum 70. Geburtstag Heimito von Doderers. In FAZ v. 05.09.1966.] Spiel habe auch nach 1945 zur Ehrenrettung Doderers beigetragen. Anders hingegen Adorno: „Das Ausweichen Adornos vor jeder Gelegenheit, sich öffentlich mit Doderer zu beschäftigen – Ausdruck von Selbstzensur – ist sprechend, ein argumentum e silentio: Adorno schützte einen Rückzugsort, eine Möglichkeit der Regression.“
Ein bislang ungedrucktes Zeugnis dafür habe sich im Theodor W. Adorno Archiv erhalten. In einem Brief an Laura Vossler, Tochter des Romanisten Karl Vossler und Schwester des Historikers Otto Vossler, habe Adorno am 24. Februar 1959 nach Erholung von einer „Lungenaffektion“ seine Situation folgendermaßen beschrieben: „Es ist jene Situation, die einem etwas von dem Kinderglück des Lesens wiederschenkt, des Vergrabens in vielhundert- oder tausendseitige Romane. Daß es dabei um den Doderer sich handelt, ist wohl kaum nötig hinzuzufügen.“
Fleischer (s.o., S. 497) berichtet davon, dass im Frühjahr 1966 ein Besuch stattfand: „auch der ,Bovist‘ Adorno kam ihn nochmals besuchen, ohne daß es Doderer etwas bedeutet hätte.“
Die Merowinger
Hier finden Sie:
- die diskutierten Themen der Abende;
- einen Artikel zu dem Roman vom 27.10.1962 aus den "Salzburger Nachrichten";
- einen nicht eruierbaren Zeitungsausschnitt zu einer "Abreaktionsstube" mit zertrümmerbaren Vasen und Tellern in einem kalifornischen Motel...
Folgende Themen/Fragen wurden an den Abenden diskutiert:
- der Epilog (Thema am 5. Mai)
- „Wut“ in der Psychoanalyse: die 1920er Jahre, die Entstehungszeit des Romans und der aktuelle Blick auf diese „katastrophalste Form der Apperceptions-Verweigerung (Merwowinger, S. 230) (Thema am 5. Mai)
- die Funktion des Gemäldes (Thema am 7. Juli)
- das Aussehen der Menschen: Gestalt und Physiognomie (Thema am 7. Juli)
- mittelalterlicher Grobianismus und „wissenschaftliche“ Fußnoten (z.T. bereits Thema am 7. Juli)
- die Namensgebungen (Thema am 1. September)
- Selbstpersiflage: Der Doctor Döblinger (Thema am 1. September)
- die Funktion der Musik (Thema am 1. September)
- die eingefügten Namen: Schriftsteller, Historiker usw. (Thema am 1. September)
"Jene kleine dickliche Roko-Venus...."
Der Roman "Die erleuchteten Fenster" von Heimito von Doderer Lesung und Ausstellung von Gemälden (Eberhard Gollner, 1929-2021)
Niederrheinisches Literaturhaus Krefeld
Gemeinsame Veranstaltung von LIK (Literatur in Krefeld) - Doderer-Treffen-Düsseldorf und Heimito von Doderer-Gesellschaft
27. August 2022
Von links: Dr. Karl H. Schneider / Bodo Primus / Christian Roderburg / Marlene Maur
"Jene kleine dickliche Roko-Venus...."
Der Roman "Die erleuchteten Fenster" von Heimito von Doderer Lesung und Ausstellung von Gemälden (Eberhard Gollner, 1929-2021)
Niederrheinisches Literaturhaus Krefeld
Gemeinsame Veranstaltung von LIK (Literatur in Krefeld) - Doderer-Treffen-Düsseldorf und Heimito von Doderer-Gesellschaft
27. August 2022
Von links: Dr. Karl H. Schneider / Bodo Primus / Christian Roderburg / Marlene Maur
"Heimito von Doderer ein Lesevergnügen" - einer der größten Autoren des 20. Jh. wiederentdeckt
Kunsthaus Mettmann e.V.
Lesung aus Werken Heimito von Doderers
Gemeinsame Veranstaltung von Kunsthaus Mettmann - Doderer-Treffen-Düsseldorf und Heimito von Doderer-Gesellschaft
30. Januar 2020
von links: Dr. Gerald Sommer / Bodo Primus / Lena Fuhrmann / Christian Roderburg
Lena Fuhrmann
(1996) in der Eifel aufgewachsen. Frühe Schauspiel- und Musicalerfahrungen im Kinder- und Jugendtheater, Sängerin in einer Big Band und Gewinnerin eines ersten Preises bei „Jugend musiziert“ auf Landesebene. Seit 2015 hat sie regelmäßige Gastengagements als Schauspielerin und Sängerin am Koblenzer Stadttheater; zudem Auftritte mit Jazz- und Chanson-Programmen.
Bodo Primus
geboren in Berlin. Besuch eines humanistischen Gymnasiums in Recklinghausen. 1958/59 Folkwangschule Essen. Feste Engagements in Münster, Essen, Krefeld, Gelsenkirchen, Düsseldorfer Schauspielhaus unter Stroux und Städt. Bühnen Köln. Seit 1962 auch Rundfunk und Fernsehtätigkeit. Hörspiel, Rezitation, Feature, Literatur, Liveauftritte usw. Seit 1970 freier Schauspieler. 2004 in Bonn am Contrakreis wieder auf der Bühne. Viele Hörbücher: u.a. Edgar Hilsenrath: „Der Nazi und der Frisör“. Dafür „Deutscher Hörbuchpreis 2006“. 2004 – 2008 Lehrauftrag an der Robert-Schumann-Musikhochschule Düsseldorf.
Christian Roderburg
geb. 1954, war von 1978 bis 2017 freischaffend tätig als Musiker. Seit den 1990er Jahren verstärkte Unterrichtstätigkeit, zuletzt (bis 2018) als Professor an der Musikhochschule in Wuppertal. Kompositionen für Bühne und Film, CD-Einspielungen als Marimba-Solist (Neue Musik, Bach Cellosuiten auf Marimba) und mit eigenen Schlagzeug-Ensembles, DVD-Produktionen (Stummfilme mit Livemusik) bei der „edition filmmuseum“. Schon immer starkes Interesse an Literatur, seit Ende der 80er Jahre stetig wachsende Begeisterung für die Werke von Heimito von Doderer.